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Thios Omilos on tour – auch in diesem Jahr hat sich unser Ensemble wieder auf den Weg gemacht und vor dem Beginn des neuen Semesters eine weitere Ecke der Bundesrepublik mit Konzerten beglückt. Vom 12. bis 20.September 2009 waren wir mit „Biller, Bach & Beatles“ im Norden zwischen Flensburg und Rostock unterwegs und sangen Konzerte in Gnoien, Klütz, Kiel, Sieverstedt, Werben an der Elbe und Gadebusch.
Es erwarteten uns blühende Landschaften, kulinarische Kostbarkeiten und akustische Wunderwerke...
Doch wie es der Zufall will, werden auch die schönsten Pläne von der Realität mehr oder weniger schnell über den Haufen geworfen. Nach dem zweiten Konzert in Klütz mussten wir krankheitshalber leider auf unseren zweiten Tenor Cornelius verzichten, den wir dann von Lübeck aus mit einer diagnostizierten Angina in einem verplombten Waggon (wie 1917 einst Lenin, nur in entgegengesetzte Richtung) als revolutionären Bazillus wieder nach Leipzig in Rekonvaleszenz setzten. Eine Programmumstellung war dringend notwendig, denn ohne Cornelius war ein Programm zwar mit Biller und Bach machbar, doch die Beatles hätten ohne ihn sehr alt ausgesehen...
Es ist heute Mode geworden, auf allen Gebieten Flexibilität zu fordern. Auf dem Arbeitsmarkt, in Schule und in Studium wird sie vorausgesetzt und wer nicht willens und in der Lage ist, einige unbezahlte Überstündchen abzuleisten, kann sehr schnell der Sorge enthoben sein, überhaupt zu einer Arbeitsleistung aufgefordert zu werden. Insoweit ist unser 1. Bass Philipp ein Musterbeispiel an genreübergreifender Flexibilität, da er es innerhalb kürzester Zeit bewerkstelligte, sich vom tiefengeprüften Bariton zum 2.Tenor aufzuschwingen. So war es uns möglich, mit einigen kosmetischen Programmverschiebungen und einer leichten Schwerpunktverlagerung von der Renaissance zur Romantik, die Konzertreise erfolgreich zu Ende zu führen. Ihm gebührt für diesen außerordentlichen Dienst großer Dank!
Erfreulich oft war auf dieser Reise auch ein Posten namens „Selbstverpflegung“ auf dem Reiseplan zu finden. Was im ersten Moment wie eine nervenfressende Zusatzlast erschien, entwickelte sich später zum Gemeinsinn fördernden Instrument einer ensembleinternen Sozialpolitik. Kurzum: jeder konnte nach seinen Leistungen und seinen Bedürfnissen in die Prozesse der Speisezubereitung eingebunden werden, wobei sich Tobias und Philipp als kreative Köche betätigten. Mir fielen mir vor allem die Aufräumungsarbeiten zu, was sich wiederum aus den meinen eigenen Fähigkeiten zur Speisezubereitung ergab. Arbeitsteilung in Küche und Musik, hier wie dort, doch eine Verbindung von beidem im Konzert steht leider noch aus...
Nebenbei konnten wir in Kiel und Klütz einige herrliche Impressionen von Ostseestrand und Herbstsonne, von Wind, Meer und Fischspezialitäten auf uns Wirken lassen.
Was bleibt nach einer solchen Reise? Sicherlich die Erinnerung an großartige Konzerte, schöne Städte und bezaubernde Landschaften. Doch mehr noch wirken die Begegnungen mit freundschaftlichen Klützern und kompetenten Gastgebern aus Werben nach. Sei es ein Spaziergang an der Elbe oder eine beeindruckende Führung durch Schloss Bothmer in Klütz; immer braucht es engagierte Menschen vor Ort, die neben der Erinnerung an ein Konzert später im Hirn auch Brücken zu Begriffen wie Freundschaft und Dankbarkeit schlagen lassen.
Patrick |